Hoeneß und Louis van die Galle

Zum Konflikt von Hoeneß und van Gaal: http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-muenchen-unter-dem-joch-1.1018318

mawa. Uli Hoeneß ist kein Meister der subtilen Spitze, aber ein Meister der Breitseite alle mal. Just bekommt das Louis van Gaal zu spüren, dessen Namen auszusprechen deutschen Fernsehreportern immer noch schwer fällt, obwohl der Niederländer bereits seit über einem Jahr den FC Bayern München trainiert. Louis van Chall heißt es da manchmal, andere sprechen von van Gall oder von van Jal, und ob Louis nun Lui ausgesprochen wird oder Luis ist auch noch nicht ganz klar.
Sei’s drum. Fakt ist, dieser Mann ist der einzige Baum, den die waldfreien Niederlande jemals exportiert haben, stark verwurzelt, auch wenn sein Ferienhaus nicht in Den Haag oder auf Texel steht, sondern in Portugal, vom Wuchs her ein Mammut (-baum), wer sonst hätte den heranstürmenden Schweinsteiger neulich nach dessen Torjubel so auffangen können (jaja, bei Ribéry hat’s nicht so gut geklappt), ohne rücklings umzukippen, und mit einer Krone ausgestattet, die sich im Frühjahr bereits so blutrot verfärben kann wie die Blätter der Buche derzeit.

Wenn man so will, handelt es sich bei Louis van Gaal um die XXL-Ausgabe von Louis de Funès (eigentlich Louis Germain David de Funès de Galarza), dessen Lautschrift übrigens so daher kommt: fyˈnɛs. Auch bei dem Franzosen spanischer Abstammung gab’s (gibt’s) seit jeher Probleme mit der Aussprache des Namens, weil sich kaum jemand der Lautschrift gewahr ist, aber das ist nicht die einzige Parallelität zwischen Louis und Louis. “In seinen Filmen variierte de Funès mit großem Erfolg die Rolle des Patriarchen und Cholerikers, der an der Eigendynamik der von ihm in Gang gesetzten Entwicklungen scheitert”, heißt es bei Wikipedia über diesen Zwerg, über den jeder einmal gelacht hat, der sich einen Film mit ihm angesehen hat.

Von van Gaal gibt’s dieses Video, dass kurz nach dessen Amtsantritt entstanden ist und ihn dabei zeigt, wie er auf dem Trainingsplatz mit hochrotem Kopf seine Spieler anbrüllt, verzweifelt, dass sie die einfachsten Dinge nicht fertigzubringen in der Lage sind. Van Gaal ist zornig wie einst Louis F. in seinen Filmen, und es ist ebenso köstlich, ihn dabei zu betrachten, der Autor dieser Zeilen muss nach wie vor lauthals auflachen, wenn er sich das Van Gaalsche Video anschaut.

Van Gaal ist also jemand, dem durchaus die Galle hochgehen und der dabei gleichzeitig lustig wirken kann. Für den Außenstehenden wohlgemerkt, Mario Gomez wird sich an manche Trainingseinheit oder Ansprache nur ungern erinnern, auch der sensible Timoschtschuk. Was kann also nun passieren, wenn sich Uli Hoeneß, der seit Beginn der Spielzeit nicht mehr Manager beim FC Bayern ist, sondern Präsident des Klubs ist und als solcher nicht mehr den Zugriff auf die Mannschaft hat wie früher, van Gaal vorknöpft, offenbar, weil er mit dessen Außendarstellung und damit mit der des Klubs ein Problem hat? Man ist verwundert, dass Hoeneß sich erst jetzt zu Wort meldet, angeblich, so heißt es, weil er eine Phase habe abwarten wollen, in der die Mannschaft wieder bessere Ergebnisse erzielt und Anschluss gewonnen hat.

Dass Hoeneß van Gaal nicht schon bei dessen Vorstellung der kürzlich in Deutschland erschienenen Autobiographie, als er die anwesenden Bayern-Granden glaubte belehren zu müssen und sich geradezu belustigte über sie, ein paar mahnende Worte zukommen ließ, nach dem Motto, der Klub heiße immer noch FC Bayern Hoeneß und nicht FC Bayern van Gaal, war seltsam und nicht Uli-Hoeneß-like, neue Rolle im Klub hin oder her. Dass er auch still blieb, als die Bayern schon nach wenigen Spieltagen so viele Niederlagen angehäuft hatten wie sonst in zwei Spielzeiten zusammen, ebenso seltsam.

Aber jetzt will er die Fehler, die van Gaal gemacht hat, ansprechen, denn längst wird ihm klar sein, dass der bisherige Saisonverlauf nicht auf mangelnder Fachkenntnis van Gaals gründet und auch keine Nachwirkung der Fußball-WM ist, sondern auf van Gaals Handeln wider besseren Wissens. Van Gaal hat sich im Verlaufe seiner Amtszeit nämlich nicht wirklich auf den FC Bayern eingestellt, sondern er hat nur so getan als ob, als handele es sich um eine politisch begründete Scheinehe, die zu Kompromissen zwingt, weil ein Partner sonst das Land verlassen muss. Spieler wie Gomez und Timoschtschuk zu demontieren, war verheerend, und einer Mannschaft, die die Meisteschaft und den Pokal gewonnen hat und ins Champions-League-Finale eingezogen ist, keine neuen Reize durch mindestens zwei Neuzugänge internationalen Formats zu geben, ebenso.

Wenn Hoeneß sauer, wütend oder zornig ist, war das bisher immer weniger lustig, auch für den Außenstehenden nicht. Daran wird auch van Gaal denken, wenn er einmal ein solcher sein wird. Aber bis dahin ist trotz allem noch ein wenig hin.

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Unter anderem: Warum Sportreporter sein?

mawa.
Unter anderem: Warum Sportreporter sein? Oder: Die Stiere kommen jetzt.

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Robert Enke

mawa. Robert Enke ist ein großer Hundefreund gewesen, wie die Autoren von sportwelt auch. Er besaß einen Podenco, wie einer der Autoren von sportwelt auch. mawa hatte eine glatthaarige Hündin, der Podenco der Familie Enke ist ein rauhaariger. In Minute 1:20 läuft er durchs Bild des youtube-Videos. Er geht dort seinen eigenen Weg.

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Louis van Klinsmann

mawa. Der FC Bayern legt den schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren hin. Die Frankfurter Rundschau wundert sich und sucht nach Gründen dafür. Gründet der neuerliche Fehlstart etwa darauf, dass sich Louis van Gaal und Jürgen Klinsmann zu ähnlich sind? Der FC Bayern, vom Regen in die Traufe? “Es ist nicht etwa die Konzeptlosigkeit, die verblüfft. Es handelt sich in beiden Fällen um den Typ des Egomanen, der sein eigenes Tun und Denken über die Interessen und Möglichkeiten der Mannschaft stellt.”

Hier der Text in voller Länge:

http://www.fr-online.de/top_news/1903298_FC-Bayern-Das-Konzept-Egomane.htm?

Die “Süddeutsche Zeitung” titelt heute: Ribéry lenkt ein.

Heißt das: Alles wird gut?

http://www.sueddeutsche.de/sport/32/485457/text/

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Roy Makaay ist zu haben

mawa. Niederländische Zeitungen berichten heute, dass Feyenoord Rotterdam für den früheren Bayern-Profi Roy Makaay keine Verwendung mehr hat. „Wenn sich eine gute Gelegenheit bietet, darf er gehen. Das hat er aus Respekt vor einer fantastischen Laufbahn verdient“, wird Trainer Mario Been zitiert.

Makaay, der mittlerweile 34 Jahre alt ist, verbrachte am vergangenen Wochenende beim Spiel gegen Heracles Almelo die 90 Minuten auf der Bank. Die Aussicht auf einen Platz in der Stammelf hat er wohl nicht. “Telegraaf” schreibt, dass Makaay bei Interesse eines neuen Klubs gehen kann.

Wie er einst in Diensten von Deportivo La Coruna im Hinspiel der Champions League 2002/2003 beim FC Bayern drei Tore und im Rückspiel ebenfalls den Siegtreffer erzielte, bleibt unvergessen. Uli Hoeneß kaufte ihn dann gleich für die nachfolgende Saison 2003/04 ein. Die damalige vereinsinterne Rekordablösesumme von 18,7 Millionen Euro wurde fällig.

Einige Eckdaten:
Für den FC Bayern erzielte Makaay 78 Tore und gab 26 Torvorlagen, das alles in nur 129 Ligaspielen. 2004/05 und 2005/06 wurde er mit den Bayern DFB-Pokalsieger und deutscher Meister. Am 7. März 2007 schoss er im Spiel gegen Real Madrid nach nur 10 Sekunden das 1:0 für den Bayern – das schnellste Tor in der Geschichte der Champions League.

In Rotterdam spielt Makaay seit der Saison 2007/08. Auch seine Bilanz dort lässt sich sehen: In seiner ersten Saison gelangen ihm in 28 Spielen 13 Tore (7 Torvorlagen). In der abgelaufenen Spielzeit erzielte er 16 Treffer bei 4 Torvorlagen in 31 Spielen.

Hertha BSC kann nach dem Weggang von Pantelic und Woronin dringend einen Stürmer gebrauchen. Warum also nicht Makaay für ein Jahr verpflichten mit der Option auf ein weiteres?

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Expeditionen ins Tierreich

mawa. Die blaue Laufbahn in Berlin ist nun ein Fall für die Geschichtsbücher. Im wahrsten Sinne. Der Jamaikaner Usain Bolt läuft am 16. August 2009 Weltrekord über 100 Meter. Nach 9,58 Sekunden ist die Sache erledigt. Ja, Sie haben richtig gehört bzw. richtig am Schirm abgelesen: 9,58 Sekunden. Haben Wissenschaftler nicht vor allzu langer Zeit einen solchen Spurt für unmöglich gehalten? Gesagt, 9,5bisschenwas seien nicht möglich?

Da lief schließlich ein Mensch, kein Gepard. Trotzdem: Nicht wenigen wird bei diesen atmosphärischen Bildern aus dem Berliner Olympiastadion ein Schauer über den Rücken gelaufen sein, ob er (sie) nun im weiten Rund oder vorm TV gesessen hat. Andere werden Gänsehaut gehabt haben.

Weiteren die Haare zu Berge gestanden haben.

Wer sich des 100-Meter-Laufs bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul erinnert, als der Kanadier Ben Johnson das mit viel größerer Spannung erwartete Duell gegen seinen großen Widersacher Carl Lewis mit neuem Weltrekord in 9,79 Sekunden gewann, und wer danach von Johnsons Dopingbetrug erfuhr (der Lewis’sche erst 2003 ans Licht beförderte stellte klar, dass auch er 1988 alles andere als sauber nach Seoul gereist war. Aber obwohl ihm drei verbotene Doping-Substanzen (Ephedrin, Pseudoephedrin und Phenylpropanolamin) während der US-Ausscheidungskämpfe nachgewiesen worden waren, erlaubte sich das Olympische Komitee der USA (USOC) eine Annullierung der fälligen Sperre mit der Begründung, die Einnahme sei unabsichtlich erfolgt und verschwieg diesen Fall und andere mir nichts dir nichts dem IOC), der weiß, wie diametral erlebte Freude und der Moment der Enttäuschung ausfallen können.

Dem magischsten Moment des Sports überhaupt war der Zauber genommen, der 100-Meter-Lauf nie mehr das, was er einmal war: Synonym für schnellstmöglichen Ruhm auf der ganzen Welt.

Ist Rettung in Sicht?

2024 wird ein nach allen offiziellen Regeln der Kunst gedopter 14-Jähriger einen über Jahre (nach allen Regeln der Kunst) hochgezüchteten Geparden namens Kobold bei den Olympischen Spielen in – sagen wir – Dubai bezwingen.

Sie können das Event nicht mehr abwarten? Ach, die Zeit geht schneller vorüber als Sie glauben.

Die Nachricht zu Bolts Wunderlauf:

http://www.fr-online.de/top_news/1883375_100-Meter-Usain-Bolt-gewinnt-mit-Fabel-Weltrekord.html

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Lennox Lewis: I c h war ein Puncher

Wer erinnert sich nicht an den Kampf von Lennox Lewis’ gegen Vitali Klitschko?
Nun hat der Brite vor dem samstäglichen Duell des jüngeren Klitschkos gegen Ruslan Chagaev ein Interview gegeben. Er tut so, als kenne er Michael Timm. Großartig.

http://www.welt.de/sport/article3919461/Lewis-sieht-sich-als-letzten-wahren-Champion.html

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Heute gilt es für Alba Berlin

http://www.tagesspiegel.de/sport/Alba-Berlin-Play-offs;art18149,2820092

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Magath bereut Balkon-Auftritt

http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/motorsport/sporttickerdepartment/urnnewsmlwwwsda-atsch20090520brz006_1.2595428.html

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Magath in München

Dass Wolfsburgs Rathaus keinen für eine Meisterfeier würdigen Balkon besitzt, ist bekannt. Coach Felix Magath ließ sich deshalb wenige Tage vor der endgültigen Entscheidung in der Meisterschaft auf dem des Münchner Rathauses blicken. Das ist keck. Da will Magath, der sich des Titels sicher zu sein scheint, den Bayern offenbar eins auswischen. Die entließen ihn Ende Januar 2007, obwohl er in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Meisterschaft und den Pokal geholt hatte. Das passiere ihm nicht noch mal, sagte Magath neulich – und unterschrieb – auf dem bevorstehenden Gipfel des Erfolges mit Wolfsburg -, in Schalke.

http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/wolfsburg/2009/05/19/felix-magath/freches-tv-interview-auf-bayerns-meister-balkon.html

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